Der Ilmenauradweg

Mit dem Fahrrad durch die Lüneburger Heide. Radeln Sie 
auf abgeschiedenen Wegen durch das FFH-Naturschutzgebiet 
Ilmenau und erfahren Sie allerlei Wissenswertes zur Tier- und Pflanzenwelt am Wegesrand.

Der Ilmenauradweg
© Lüneburger Heide GmbH

Rund 120 km umfasst die vollständig nach aktuellen ADFC-Richtlinien beschilderte Gesamtstrecke des Natur-erlebnisradweges, der den wichtigsten Heidefluss von seinen Quellbächen im Landkreis Uelzen bis zur Elbeinmündung ins Hamburger Vorland begleitet. Die Route ist weitestgehend flach mit überwiegend asphaltierten, zum Teil auch naturbelassenen Abschnitten (Schotter-, Sand- und Waldböden). Auf den Bau neuer Wege wurde bei der Anlage des Ilmenauradwegs im Sinne des Naturschutzes möglichst verzichtet. Das bedeutet, dass einige Streckenabschnitte nicht direkt am Flussufer verlaufen. Wir empfehlen für Ihre Tour ein robustes Tourenrad, MTB oder Trekkingrad mit Mehrgangschaltung. 


Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, verschiedene Naturerlebnisangebote, 31 familiengerecht gestaltete und vertonte Informationstafeln zum FFH-Gebiet sowie eigens geschriebene Hörspiele, die Sie gratis im Internet finden unter www.ilmenauradweg.de, machen die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis für die ganze Familie. Wer den ganzen Radweg abfahren will, sollte sich 2 bis 3 Tage Zeit nehmen. Durch die Vernetzung mit anderen Fernradwegen – dem Weser-Harz-Heide-Radweg, dem Luhe-Radweg und dem Elberadweg – ergibt sich eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten bei der Routenplanung. Dabei kann in Winsen (Luhe), Bardowick, Lüneburg, Bienenbüttel, Bad Bevensen, Uelzen, Suderburg, Wieren und Bad Bodenteich der Zug genutzt werden, um an- bzw. abzureisen.

 

Der Naturraum
Die Ilmenau ist das mit Abstand größte und wichtigste Gewässer der Lüneburger Heide. Besondere Bedeutung besitzt der Heidefluss mit seinen Nebenbächen und Auen als Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Sein besonderer Stellenwert wird durch die Ausweisung als europäisches Naturschutzgebiet entsprechend der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) deutlich. Die Gesamtfläche des FFH-Gebietes Ilmenau beträgt rund 54 km2. Weite Wiesen- und Weideflächen, die von Baumreihen, eingestreuten Sümpfen und kleinen Erlenau- und Bruchwäldern durchsetzt sind, bestimmen das Bild der Ilmenauaue. Häufig finden sich am Ufer unterbrochene Gehölzsäume aus Erlen und Weiden sowie angepflanzten Pappeln. Die Ilmenau zeichnet sich durch eine sehr artenreiche Fischfauna aus. Einige der 30 – 40 Arten sind stark gefährdet. Dazu gehören Äsche, Lachs, Elritze, Bitterling und Groppe. Auch Wirbellose finden sich reichlich. Allein 68 verschiedene Eintags-, Stein- und Köcherfliegenarten, davon 25 „Rote Liste“-Arten, konnten nachgewiesen werden. Weitere geschützte und zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten, die in der Ilmenau vorkommen, sind die Bachmuschel, die Grüne Keiljungfer (Libelle) und der Fischotter. Typische Vogelarten sind Eisvogel, Gebirgsstelze, Pirol, Kleinspecht und Nachtigall. Auf dem Ilmenauradweg, der sich so nah wie möglich an den Quellbächen und dem Flussufer der Ilmenau orientiert, lässt sich die große Bedeutung des einmaligen Naturraums an vielen Stellen erfahren. Erfolgreiche Schutzmaßnahmen werden an den Naturinformationspunkten unmittelbar erläutert.

Fahrradfreundliche Infrastruktur
Der Ilmenauradweg ist durchgängig in beide Richtungen beschildert – das Radweg-Logo weist Ihnen den Weg! Damit Sie sich unterwegs ausruhen können, wurden Tische, Bänke und Fahrradabstellbügel aufgestellt. Bei schlechtem Wetter bieten mehrere Schutzhütten Unterschlupf. Hier und an anderen ausgesuchten Plätzen finden Sie auch Übersichtstafeln, die Sie über den Radweg, den aktuellen Standort und die nächste Rastmöglichkeit informieren. 

 

Erstmalig in Deutschland ein Radweg zum Hören
Der Ilmenauradweg ist der erste Fernradweg, den Sie auch hören können! Alle 31 Naturinformationspunkte entlang der Strecke wurden vertont und sind im MP3-Format für Sie kostenlos im Internet verfügbar (www.ilmenauradweg.de).
Zusätzliche Märchen, Reportagen und Traumreisen, produziert von Schulklassen und Studenten der Leuphana Universität Lüneburg, bringen Ihnen auf unterhaltsame Weise die Geschichte und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes näher. Unser Tipp: nutzen Sie dieses Angebot am heimischen PC oder vor Ort am Ilmenauradweg, indem Sie Ihr MP3-fähiges Handy oder Ihren MP3-Player zum elektronischen Reiseführer machen. Alle Naturinformationspunkte sind mit QR-Codes versehen.

 

 

Die Etappen

Bad Bodenteich - Uelzen
Hauptstrecke / Streckenlänge: ca. 23,5 km
Bevor Sie auf der Hauptroute des Ilmenau-Radweges in Bad Bodenteich starten, nutzen Sie das Museum in der ehemaligen Wasserburg oder den 400-Wasser-Barfußpfad für eine kurze Zeitreise ins Mittelalter.

Sie begleiten jetzt die Aue, einen Quellfluss der Ilmenau, in Richtung Wieren.
Nach einer Rast an den renaturierten Dorfteichen und der historischen Feldsteinkirche geht es entlang des Elbe-Seitenkanals zu einer der größten Schleusen Europas.
Über mehrere Dörfer gelangen Sie nach Uelzen, wo sich Haupt- und Nebenroute des Ilmenau-Radweges vereinen.
TIPP 1: Dass Steine nicht kalt und leblos sind, zeigt der „Weg der Steine“ in Uelzen. Die 21 mit bunten Fabelwesen und antiken Göttergestalten bemalten Felsskulpturen der Künstlerin Dagmar Glemme begeistern jeden Besucher.


Etappe Hösseringen - Uelzen
Alternativstrecke / Streckenlänge: ca. 23 km
Alternativ zur Hauptroute bietet Ihnen das Museumsdorf Hösseringen den idealen Einstieg, wenn Sie sich für die Geschichte und Kultur der Region interessieren.
Folgen Sie von Hösseringen aus dem Lauf der Hardau bis zu ihrer Mündung in die Gerdau, die nach ihrem Zusammenfluss mit der Stederau die Ilmenau bildet.
Wichtig: der landschaftlich reizvolle Weg über Suderburg (St. Remigius-Kirche) und Holdenstedt (Schloss Holdenstedt) führt zum Teil über naturbelassene Waldwege und enthält zwischen Suderburg und Holxen eine denkmalgeschützte Kopfsteinpflasterpassage.


Etappe Uelzen - Bienenbüttel
Streckenlänge: ca. 31 km
Nach einem Stadtbesuch in Uelzen – mit Besichtigung des Hundertwasser-Bahnhofs und dem Skulpturenpfad „Weg der Steine“ – fahren Sie nordwärts in Richtung Jastorfer See, dem wichtigsten Wasservogel-Schutzgebiet im Kreis Uelzen.
Zeit für ein Picknick: Kurz vor Bad Bevensen liegt eine der schönsten Heideflächen der Region, die Klein Bünstorfer Heide.
Ein freundlicher Neptun grüßt bei der Einfahrt in den Kurpark Bad Bevensen und lädt zum Bad in die Jod-Sole-Therme ein. Weiter geht es an der Ilmenau zum Heidekloster Medingen. Eine abwechslungsreiche Strecke führt in Richtung Bienenbüttel mit historischem Ortskern und der Michaeliskirche.


Etappe Bienenbüttel - Lüneburg
Streckenlänge: ca. 17 km
Von Bienenbüttel aus erreichen Sie das Naturschutzgebiet Diecksbach.
Über Deutsch Evern und den Lüneburger Stadtforst Wilschenbruch geht es weiter zum Forsthaus Rote Schleuse, einem romantischen Fachwerkhaus mit Restaurant und Biergarten.
Von hier aus ist es nicht mehr weit zur über 1000 Jahre alten Hansestadt Lüneburg, in der Sie zahlreiche Sehenswürdigkeiten erwarten.


Etappe Lüneburg - Hoopte
Streckenlänge: ca. 31 km
Auf dem historischen Treidelpfad am Ilmenauufer führt der Weg von Lüneburg nach Bardowick, reich an historischen Stätten.
TIPP 2: Die alten Gebäude des Nikolaihofes dienten im Mittelalter als Aussätzigenheim. Sehenswert sind auch die Nikolaikirche (1435) mit der ältesten Orgel Nordeuropas und der Bardowicker Dom St. Peter und Paul.


Über einen Waldweg fahren Sie in das malerische Dorf St. Dionys. Mehrere Hofanlagen des 17. – 19. Jahrhunderts zeugen in Oldershausen von einer bewegten Vergangenheit.
Die Vielfalt der Natur in der Winsener Elbmarsch lässt sich auf dem kommenden Abschnitt erleben. In Fahrenholz lohnt sich ein Abstecher auf die Brücke zum 1888 erbauten Nadelwehr. Weiter geht es in Richtung Mover. Über eine alte Deichlinie durchqueren Sie Tönnhausen, wo die Reste des früheren Flussverlaufs der Ilmenau noch zu erkennen sind. Hinter Tönnhausen führt Sie der Weg erneut an den Ilmenau-Kanal.
Entlang des Deiches liegt die Heimat von Weißstorch, Kiebitz und einer Vielzahl weiterer Vogelarten. Sie gelangen nach Stöckte mit seinen alten Reetdachhäusern. Vom Stöckter Deich aus lenkt Sie der Ilmenau-Radweg weiter zur 
Elbuferstraße, wo Sie auf den Elbe-Radweg treffen.
In Hoopte erwartet Sie ein vielfältiges Angebot an Gastronomie. Mit dem Ausblick auf die Elbe am Fähranleger Richtung Zollenspieker (Hamburg) endet die Reise auf dem Ilmenau-Radweg.

© Lüneburger Heide GmbH


Streckenführung: Bad Bodenteich – Wrestedt – Uelzen – Bad Bevensen – Bienenbüttel – Lüneburg – Bardowick – Oldershausen – Hunden - Hoopte

Gesamtlänge: ca. 123 km

Streckenprofil: Im Sinne des Naturschutzes verläuft der Radweg überwiegend auf naturbelassenen Wald- und Wirtschaftswegen und verkehrsarmen Straßen. Die Route verzeichnet nur wenige Höhenmeter ohne längere Steigungen.

Wegebeschaffenheit: Die Wege könnten vereinzelt und witterungsabhängig etwas schwieriger zu befahren sein. Wir empfehlen daher für die Tour ein robustes Tourenrad, MTB oder Trekking-Rad zu benutzen.

Beschilderung: Der Ilmenau-Radweg ist durch-gängig mit eigenem Logo beschildert.

Weiterführende Informationen zum gesamten Ilmenau-Radweg erhalten Sie unter www.ilmenauradweg.de