Lüneburg, September 2019

Heidekräuter

beginnen jetzt mit ihrem farbenfrohen Langzeit-Auftritt

© GMH / Rudolf Schubert Fotografie
© GMH / Rudolf Schubert Fotografie

Bis in den Mai hinein blühen sie in warmen Farben in Beeten und Pflanzgefäßen. Die Vielfalt mit allein rund 20 europäischen Arten und hunderten von Sorten ist groß.

 

Sommerheide lockt Bienen an
Heidepflanzen gehören traditionell zu den wichtigsten Gartenbauprodukten aus heimischer Freiland-Produktion. „Schon vor der Blüte sehen die Pflanzen durch ihre unterschiedlichen Laubfarben von hellgrün bis fast schwarz wirklich sehr schön aus“, sagt Hanni Teloy.
In ihrem Gartenbaubetrieb beginnt die Saison im August mit Irischer Glockenheide (Daboecia). Sie besticht durch relativ große Einzelblüten.


Wenig später folgt die heimische Besenheide, die auch Sommerheide genannt wird. Der verzweigte, kleine Strauch wächst langsam und hat immergrüne, ledrige Blätter. An rund zehn Zentimeter langen Trauben sitzen die kleinen Blüten dicht an dicht. Sie sind sternförmig und bilden reichlich Nektar, der Bienen und Schmetterlinge anlockt. „Um einen attraktiven Blütenteppich zu bekommen, wie es ihn in der Natur gibt, empfehlen wir, Heidekraut in Gruppen zu pflanzen“, sagt die Gärtnerin. Profis setzen acht bis zwölf Pflanzen als Bodendecker auf einen Quadratmeter. Eine Besonderheit ist die Knospenheide: Sie ist in 40-jähriger Züchtungsarbeit aus der Besenheide entstanden. „Sie blüht nicht auf und kann deshalb auch nicht verblühen“, sagt Teloy. Die geschlossenen Knospen mit den kräftig gefärbten Kelchblättern eigenen sich auch für Trockengestecke. In Beeten und Kästen sorgen die Blüten in den klassischen Heidefarben Rosa, Lila, Rot und Weiß den ganzen Winter über – bis in den März hinein – für Farbe. Für zusätzliche Kontraste gibt es gelblaubige Sorten und neue Züchtungen ohne Blüten, die durch ihren bizarren Wuchs für ungewöhnliche Struktur in Kästen und Kübeln sorgen. Fast jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu.  


Jedes Jahr zurückschneiden
Heidekräuter gehören zu den Zwergsträuchern, die mit dem Alter immer weniger neue Triebe ausbilden. Werden sie nicht geschnitten, verkahlen die Pflanzen von unten und blühen nicht mehr. Damit Heide immer wieder frisch austreibt, ist deshalb ein regelmäßiger Rückschnitt notwendig. Bei der Besenheide sollte im Frühjahr zu Beginn des Austriebs, von Anfang Februar bis Mitte März, etwa die Hälfte des letztjährigen Neutriebes entfernt werden. Die Schneeheide geboten wird wegen ihres schwachen Wachstums nur alle paar Jahre am Ende der Blühzeit gestutzt, erklärt die Fachfrau.
Text: GMH/LVR / www.gruenes-medienhaus.de