Begegnung mit dem Tod

Der Tod eines geliebten Menschen erschüttert uns bis ins Mark. Es ist erwiesenermaßen eine der größten Stresssituationen im Leben, mit denen wir umgehen müssen. Man kann es gar nicht fassen, was geschehen ist und fühlt sich wie erstarrt.

Gefühle wie Angst und Wut sind sehr präsent. Sie bestimmen den Alltag und oft fühlt man sich ihren völlig ausgeliefert. Man will einfach nicht wahrhaben, was passiert ist. Der ganze Körper ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es braucht viel seelische Stärke (Resilienz), um zu akzeptiern, was nicht zu ändern ist. Das ist eine sehr schwierige Lebnsphase und Sie brauchen viel Kraft!
Zuversichtlich sein
Gerade in dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass man jemanden zum Zuhören und Austauschen hat. Jemanden, der einem nahesteht und mitfühlt. Jemanden, der einem Zuspruch schenkt und einfach da ist, um liebevoll zu begleiten, bis sich langsam wieder Zuversicht einstellt und der Blick nach vorne gerichtet werden kann. Ebenso wichtig ist es, die eigenen, ungewohnten Gefühle einfach zu akzeptieren, was natürlich leichter gesagt als getan ist. Holen Sie sich jede Unterstützung, die Sie erhalten können und schämen Sie sich nicht, wenn Sie unvermittelt losweinen müssen. Der Weg durch die Trauer bis zu einem seelischen Gleichgewicht dauert bei den meisten Menschen drei bis fünf Jahre.
Wichtige Prozesse
Rituale können helfen den Trauerprozess positiv zu unterstützen. Wenn möglich verplanen Sie Ihre Wochenenden und Zeiten, in denen Sie sich besonders alleine fühlen können. Schreiben Sie Tagebuch, vertrauen Sie ihm alles an, was Sie bewegt. Das ist ein sehr hilfreicher und entlastender Prozess. Suchen Sie sich Trauergruppen, mit denen Sie sich treffen uns austauschen können. Dort haben Sie Gelegenheit sich gegenseitig stärken. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.
Trauer verändert uns
Machen Sie sich, wenn nötig, einen Tagesplan, damit Sie eine Struktur haben, an der Sie sich orientieren können. Nehmen Sie sich aber auch ganz bewusst Zeiten zum Trauern und traurig sein. Damit wertschätzen Sie die verstorbene Person und entlasten sich langfristig selbst. Lassen Sie alle Gefühle zu und spüren nach und nach immer mehr Erleichterung. Trauer verändert den Menschen. Wir gehen bewusster durchs Leben, und vielleicht legen wir ganz andere Maßstäbe an unseren Alltag an. Wir verändern den Blickwinkel und für uns wesentliche Dinge stehen im Vordergrund. Evtl. trennen wir uns von vertrauten Gegenständen oder auch von Personen aus unserem früheren Umfeld. Das Leben wird neu bewertet und entdeckt. Die geliebte verstorbene Person wird jedoch immer ein wichtiger Teil des eigenen Lebens bleiben und wir werden Sie immer in unserem Herzen tragen.

© Elke Lichte