Lüneburg, September 2020

Museum Schwerin

DDR-Kunst von Hans Ticha und Günther Hornig

© Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen M-V, Foto: Manuela Kosk
© Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen M-V, Foto: Manuela Kosk

Der Sammlungs-Schwerpunkt DDR-Kunst der Staat
lichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern (SSGK MV) ist weiter gestärkt worden. Mit Kunstankäufen bedeutender Werke der Künstler Hans Ticha und Günther Hornig wurde die Sammlung punktuell ergänzt.

 

Dr. Pirko Zinnow, Direktorin der SSGK: „Wir haben damit bedeutende Ergänzungen der Sammlung vorgenommen. Ticha und Hornig - diese zwei Positionen sind für die DDR-Kunst aus heutiger Sicht sehr wichtig. Für insgesamt 150.000 Euro konnten wir nun 7 Werke der beiden DDR-Künstler in die Gemäldesammlung aufnehmen.“
Der Erwerb der sieben Gemälde erfolgte sowohl durch die SSGK als auch durch die Freunde des Staatlichen Museums Schwerin e.V. Diese erwarben drei Werke von Ticha im Wert von insgesamt 70.000 Euro zu Gunsten der SSGK, die damit Eigentümer wurden. Hans Ticha, 1940 geboren, agierte wie ein westlicher Pop Art-Künstler und befragte in seiner Malerei Ideale, aber auch Rituale des Sozialismus made in DDR. So spielt sein Werk „Hochruf“ von 1982 auf die Totalität des damaligen Systems an. Das Gemälde zeigt zum einen die geballte Faust des Sozialismus und akzentuiert zum anderen einen runden Kopf, der nur dazu da zu sein scheint, Losungen herauszuschreien. „Sieger im Radrennen“ von 1970 spiegelt hingegen in kritischer Weise die Funktion des Sports für die DDR wieder, während sich “Ostseestrand“ von 1970 mit Aspekten des Urlaubs auseinander setzt.
Günther Hornig zählt zu den wenigen herausragenden abstrakten Künstlern in der DDR. In seiner Kunst spiegeln sich sowohl Freiheit und Vergänglichkeit als auch, wie er selbst festhält, die „Last überkommener Wertigkeit“. Sein Werk hat er abseits des Mainstreams der DDR-Kunst entwickelt. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule in Dresden waren seine Akademieklassen Orte der freien Kommunikation. Neben zwei Reliefs aus den 70er und 80er Jahren beinhaltet der Ankauf zudem zwei Nachwendebilder. Sie alle verdeutlichen Hornigs Verweigerung, den Dogmen des Realismus zu entsprechen.  

Text: Staatliches Museum Schwerin

 

Kontakt:

Staatliches Museum Schwerin

Alter Garten 3, 19055 Schwerin

Tel. 0385 588 41 222

www.museum-schwerin.de